Sind Pfingstrosen giftig für Menschen, Hunde oder Katzen?

Pfingstrosen im Garten

Im Frühling ziehen sie uns mit ihren prachtvollen Blüten in leuchtenden Farben in den Bann. Für kreative Hobbyköche sehr verlockend, mit den Blüten Speisen und Getränke zu dekorieren. Wo Pfingstrosen erblühen und ihren verführerischen Duft verströmen, locken sie zugleich neugierige Katzen und Hunde an, um daran herumzuknabbern. Für nimmersatte Pferde sind ohnehin alle Pflanzen ein gefundenes Fressen. Stellt sich die Frage, ob Päonien giftig sind? Lesen Sie hier die Antwort.

Alkaloid Paeonin verdirbt den Appetit

In der modernen Küche haben die Blüten zahlreicher Pflanzen Einzug gehalten, um kalte und warme Speisen kunstvoll zu dekorieren. Folglich ist die Versuchung groß, die majestätischen Blüten einer Pfingstrose ebenfalls zu verwenden, um frischen Gerichten kulinarischen Pfiff zu verleihen.

Desgleichen könnten die sattgrünen Blätter dazu verleiten, sie als Salat zuzubereiten oder die fleischigen Wurzeln in ein schmackhaftes Gemüse zu verwandeln. Dieser Plan könnte Ihnen und Ihren Gästen freilich schwer auf den Magen schlagen. Pfingstrosen enthalten in allen Teilen das Alkaloid Paeonin, das für Menschen in größeren Mengen giftig ist.

Der absichtliche oder unabsichtliche Verzehr verursacht diese unangenehmen Vergiftungserscheinungen:

  • Heftige Übelkeit
  • Magen- und Darmkrämpfe
  • Erbrechen und Durchfall
  • Schwere Koliken

Ein einzelnes Blütenblatt oder einige Samen einer Paeonia verursachen diese Beschwerden nicht. Allerdings fehlt es an fundierten, wissenschaftlichen Erkenntnissen, wo die kritische Dosis beginnt. Daher ist es insbesondere im Familiengarten mit kleinen Kindern sinnvoll, Päonien außerhalb Reichweite kleiner Arme und sperrangelweiter Mündchen anzusiedeln. Ältere Kinder sollten gezielt auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, die der Verzehr von Blüten, Blättern, Samen und Wurzeln nach sich zieht.

der Verzehr von Paeonien kann Beschwerden verursachen

Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen

Zeigen sich bei Erwachsenen oder Kindern typische Vergiftungssymptome, bewahren Sie bitte Ruhe. Aufgrund der geringen Konzentration toxischer Stoffe, sind bislang keine lebensbedrohlichen Vorfälle bekannt geworden. Mit folgenden, umsichtigen Maßnahmen halten Sie das Ausmaß der gesundheitlichen Beschwerden infolge eines Verzehrs von Pfingstrosen im erträglichen Rahmen.

Maßnahmen:

  • bei Kindern eventuelle Pflanzenreste aus dem Mund holen
  • Stilles Wasser oder Kamillentee in kleinen Schlucken trinken
  • Milch ist als Gegenmittel vollkommen ungeeignet
  • keinesfalls mithilfe von Salzwasser bei betroffenen Menschen Erbrechen auslösen

Aus Gründen der Vorsicht nehmen Sie auch bei geringen Beschwerden telefonischen Kontakt auf mit Ihrem Haus- oder Kinderarzt. Sofern der Arzt einen Praxisbesuch empfiehlt, nehmen Sie die Pflanzenteile in einer Tüte mit. Im Zweifel rufen Sie bei der zuständigen Giftnotruf-Zentrale an, um sich kompetenten Rat einzuholen.

Giftig für Hunde und Katzen

So, wie die Substanzen in Pfingstrosen uns Menschen auf den Magen schlagen, sind Hunde und Katzen ebenfalls nicht gefeit. Je kleiner das Tier, desto größer die Gefahr von Vergiftungserscheinungen. Somit sind in erster Linie Hundewelpen und junge Kätzchen gefährdet, da sie extrem neugierig sind und noch keine umfangreiche Erziehung erfahren haben.

Ältere Haustiere werden nur selten in Mitleidenschaft gezogen, wenn sie von einer Bauernrose naschen. Da Paeonia als leicht giftig einzustufen sind, werden gesundheitsbedrohliche Mengen nur selten vertilgt.

Tipps für Sofortmaßnahmen

Fällt Ihr Haustier mit typischen Vergiftungssymptomen auf, kontrollieren Sie sogleich das Maul, ob sich darin Pflanzenreste befinden. Diese holen Sie heraus und sichern das Material in einer Plastiktüte. Zu den Anzeichen für eine Vergiftung zählen vermehrtes Speicheln, krampfartige Bewegungen, Apathie und Desorientierung.

Transportieren Sie den Hund oder die Katze möglichst schnell zum nächsten Veterinär und nehmen das gesicherte Pflanzenmaterial mit. Versuche einer Eigenmedikation könnten das Dilemma noch verschlimmern.

Pfingstrosen enthalten toxische Stoffe

Giftig für Pferde

Päonien werden den schwach giftigen Pflanzen für Pferde zugeordnet. Im Vergleich zu Hund und Katze erscheint ein Ross zwar gewaltig groß; dennoch reagieren die Tiere sehr empfindlich auf magenwirksame Toxine. So können schon einige wenige Happen Efeu ein Pferd qualvoll töten. Von einem derartigen Gefahrenpotenzial sind Paeonia weit entfernt. Gleichwohl sollten die Pflanzenteile nicht in Reichweite der Tiere gelangen. Hierzu gehört, dass Schnittgut nicht auf Pferdekoppeln und Wiesen entsorgt werden sollte.

Lebensbedrohlich für Kleintiere

Lebensbedrohlich für Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen

Als Grünfutter sind die Blätter von Pfingstrosen auf keinen Fall geeignet. Von allen Pflanzenteilen geht für Nagetiere, wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen eine tödliche Gefahr aus. Achten Sie daher bitte auch im Freigehege darauf, dass die Tiere nicht in Reichweite von Päonien gelangen. Es ist nicht mit Sicherheit davon auszugehen, dass ihr Instinkt Alarm schlägt, angesichts der verlockenden Blätter.

In kundigen Händen eine Heilpflanze

Schon im Mittelalter wurden Pfingstrosen magische Kräfte zugesprochen. So schwor die legendäre Heilkundlerin Hildegard von Bingen auf die medizinische Wirksamkeit der rot blühenden Paeonia officinalis, um Fieber, Gicht, Fallsucht, Kinder- und Frauenkrankheiten zu heilen.

Verwendet wurden alle Pflanzenteile, wie Blüten, Blätter, Samen und Wurzeln, da diese durchströmt sind von Alkaloiden, Glykosiden, Gerbstoffen und ätherischen Ölen. In Ermangelung glaubhafter Nachweise für eine medizinische Indikation, verschwand die Pfingstrose wieder aus den Pharmaziebüchern.

in kundigen Händen sind Pfingstrosen Heilpflanzen

Von einer eigenmächtigen Zubereitung ist dringend abzuraten, da die Pflanzenteile bei falscher Dosierung mehr schaden als nutzen. Das gilt auch für die Wurzeln Chinesischer Strauch-Päonien, die bis heute in der asiatischen Heilkunde einen wichtigen Platz einnehmen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Pfingstrosen seit mehr als 1.200 Jahren hochgeschätzt und immer noch in 40 Prozent aller Verschreibungen als Teilkomponente enthalten. Hier gilt ebenso, wie für die europäischen Stauden-Paeonia, dass sie bei unsachgemäßer Verarbeitung giftig sind für Mensch und Tier.