Rhododendron blüht nicht trotz Knospen und Blättern

Rhododendron blüht nicht trotz Knospen

Wenn der Rhododendron trotz Knospen und Blättern nicht blüht, kann das verschiedene Ursachen haben. Dieser Beitrag schildert die wichtigsten und gibt praktische Tipps. In manchen Gärten stehen (scheinbar) gesunde, üppig belaubte Rhododendren. Sie wachsen und gedeihen, aber blühen nicht. Häufig ist es sehr schwierig, die Ursache dafür zu finden. Die Erläuterungen im Ratgeber können bei der Diagnose und Behandlung helfen.

Rhododendron-Zikade

Der häufigste Grund dafür, dass Rhododendren trotz Knospen und Blättern nicht erblühen, ist ein Befall durch die sogenannte Rhododendron-Zikade (Graphocephala fennahi). Hier die Merkmale des von vielen Hobbygärtnern gefürchteten Insekts im Überblick.

  • 8 bis 9,5 mm lang
  • auffallend grün gefärbt
  • rot gestreifte Flügel

Zum Vorgehen bzw. Verlauf:

Im Spätsommer oder Herbst legt die Rhododendron-Zikade ihre Eier unter die Schuppen der neuen Blütenknospen der Rhododendron-Pflanze. In der Folge entstehen an den Knospen kleine Wunden. Diese dienen einem schädlichen Pilz, der durch das Insekt übertragen und verbreitet wird, als Eintrittspforte. Nach der Infektion mit dem Schadpilz nimmt das Verderben seinen Lauf.

Hinweis: Bei geschwächten Rhododendren – etwa solchen, die an einem ungünstigen Standort gepflanzt sind – kann es auch ohne Mitwirkung der Zikade zu einer Infektion mit dem Pilz kommen.

Knospen

Während des Winters färben sich die Knospen der Pflanzen braun und sterben bis zum Frühjahr ab. Darüber hinaus entwickeln sich schwarze, stachelartige Pilzfruchtkörper an den infizierten Knospen. Obwohl diese Körper sehr klein sind, fallen sie durch die dunkle Farbe gleich auf.

Ist der Schaden erst einmal angerichtet, hilft in der Regel nur noch, die infizierten Knospen großzügig zu entfernen. Allerdings dauert es danach gemeinhin wieder mindestens zwei Jahre, bis die Rhododendren erneut erblühen können. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, einige Wochen vor dem potenziellen Befall passende Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Experten raten dazu, die Pflanzen schon im Sommer entsprechend vorzubereiten. Ab etwa September sind die erwachsenen Weibchen der Rhododendron-Zikade bereit, ihre Mission der Eiablage zu erfüllen. Tritt der Fall erst einmal ein, ist die Blüte fürs nächste Jahr verloren. Deshalb sollte man die Tiere vorab ködern.

Tipp: Beleimte Gelbtafeln aus dem Gartenfachhandel sind bestens geeignet, um die Insekten anzulocken und zu fangen. Pro Rhododendron-Pflanze genügt eine Falle.

Rhododendron mit lilafarbenen Blüten

Pflanzenschutzmittel

Des Weiteren kommen Behandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln in Betracht. Dabei macht es Sinn, in den frühen Morgenstunden tätig zu werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Zikaden nämlich noch nicht voll aktiv. So hat der Hobbygärtner größere Chancen, die Tiere zu fassen.

Wichtig: Unbedingt darauf achten, nicht nur die Knospen, sondern auch die Blattunterseiten ausreichend zu benetzen.

Die beschriebenen Maßnahmen helfen, das Risiko einer Pilzinfektion zu verringern. Tritt sie dennoch auf, liegt es vermutlich an äußeren Bedingungen, die den Pflanzen nicht zuträglich sind. Erkrankte Knospen dann stets nach dem Entdecken ausbrechen und entsorgen, um eine Verbreitung des Pilzes zu vermeiden.

Negativeinflüsse

Falsche „Rahmenbedingungen“

Neben dem Befall mit der Zikade gibt es einige unpassende „Rahmenbedingungen“, die dafür sorgen können, dass Rhododendren nicht wie erhofft blühen.

Die möglichen Negativeinflüsse im Überblick:

1. unangemessene Topfgröße

2. ungeeignete Erde

3. falscher Standort

4. ungeliebtes Wetter

Zu 1: Ein Topf mit einem Durchmesser von mehr als 30 Zentimetern ist elementar. Kleinere Töpfe werden Rhododendren schnell zu eng.

Zu 2: Mit normaler Blumenerde kommt die Pflanze nicht immer gut zurecht. Eventuell verweigert sie aus diesem Grund die Blüte.

Tipp: Perfekt ist Moorerde. Im Handel wird sogenannte Rhododendron-Erde angeboten – es handelt sich dabei jedoch ebenfalls um Moorerde. Man muss also nicht unbedingt ein Produkt kaufen, das direkt unter dem Pflanzennamen angeboten wird.

Zu 3: Mitunter liest man, dass Hobbygärtner ihre Rhododendren im Innenraum, etwa in einem hellen Keller, halten. Dies ist NICHT artgerecht. Die Schönheiten gehören zwingend in den Garten, auch im Winter.

Tipp: Viele Pflanzen der gemäßigten Zone, zu denen auch Rhododendren gehören, brauchen die Kälte als Blühimpuls. Sie müssen also quasi die Kältephase erleben, um sie innerlich abhaken und dann zum Blühen übergehen zu können. Bleibt diese Kältephase aus, denken die Pflanzen permanent: „Es wird ja noch kalt, ich muss mich also zurückhalten“. Gleiches gilt übrigens auch für die meisten Obstbäume.

Rhododendron im Garten

Der Standort selbst sollte recht sonnig, aber nicht vollsonnig sein. Auf sehr trockene Wurzelballen reagieren Rhododendren nämlich äußerst empfindlich. Saurer Boden ist ebenfalls wichtig. Am besten misst man den pH-Wert mit Teststreifen aus dem Fachhandel und säuert den Untergrund gegebenenfalls an – idealerweise mit Schwefelblume (pulverisiertem Schwefel).

Tipp: Kein Aluminiumsulfat oder Alaun verwenden. Größere Aluminiumkonzentrationen sind für Pflanzen toxisch.

Zu 4: Mit folgenden Wettereinflüssen kommen Rhododendren schlecht zurecht.

  • Kälteperiode im Herbst
  • langer Winter (Erfrierungsgefahr), für die meisten Rhododendren ist eine Tiefsttemperatur bekannt – diese sagt aus, bis zu welchem Grad (im wahrsten Sinne) die Blütenknospen der Pflanzen überleben können bzw. ab welcher Temperatur sie so sehr geschädigt werden, dass ein Erblühen unmöglich wird – der genaue Wert hängt von der Art ab – am besten informiert man sich also, wie es diesbezüglich um den eigenen Rhododendron bestellt ist, um im Winter notfalls eingreifen zu können
  • regnerisches, kühles Frühjahr
  • schneller Wechsel von Frost und Wärme (Sonne) im Vorfrühling

In all diesen Fällen kann es sein, dass die Blütenknospen absterben und nicht erblühen.

Tipp: Durch einen adäquaten Winterschutz – Fichtenreisig oder Schattenleinen – vertragen die Pflanzen auch Temperaturen, die um einige Grad niedriger sind als die im jeweiligen Fall geltende Tiefsttemperatur.

Außergewöhnlich, aber denkbar: In einer länger andauernden milden Periode im Herbst und/oder Winter öffnen sich die Blütenknospen eventuell vorzeitig, ohne sich dabei voll zu entfalten. Natürlich stehen diese Knospen zur eigentlichen Blütezeit dann nicht mehr zur Verfügung.

Rhododendron mit pinken Blüten

Pflege

Auch Fehler in der Pflege können das Ausbleiben der Blüte bei Rhododendren zur Folge haben.

1. unpassendes Düngen

2. übertriebenes Schneiden

3. mangelnder Winterschutz

Zu 1: Es ist gefährlich, im Sommer (ab Mitte/Ende Juli) mit Stickstoff zu düngen. Letzterer regt die Pflanze zu neuem Wachstum im Herbst an. Kommt es in dieser Jahreszeit, während die Pflanze noch im Saft steht, zu frühen Frösten, kann dies dem Rhododendron nachhaltig schaden und eine Blüte im neuen Jahr verhindern.

Tipp: Besser nur im Frühjahr und nach der Blüte düngen. Um die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen Kälte zu erhöhen, empfiehlt es sich, mit Phosphat- und Kalidüngung zu operieren. So wird auch die Bildung von Blütenknospen optimiert.

Zu 2: Blütenknospen bilden sich im Spätsommer und im Frühherbst. Wer erst zu diesem Zeitpunkt oder noch später schneidet, entfernt dabei meist auch die neuen Blütenknospen. In der Folge entstehen zwar weitere Blattknospen, aber keine Blütenknospen mehr, sodass die Blüte im nächsten Jahr ausfällt.

Zu 3: Schützt man Rhododendren im Winter nicht richtig, sind erhebliche Frostschäden samt Wurzelfäule möglich. Typische Anzeichen dafür sind Blütenknospen, die erst sehr dick werden, dann aber absterben. Findet sich keine andere Erklärung für die nicht aufgehenden Blütenknospen, sollte man die Wurzel überprüfen.

Tipp: Weiß und fest muss sie sein. Präsentiert sich die Wurzel stattdessen braun und matschig, ist sie faul. Gemeinhin lässt sich die Pflanze dann auch nicht mehr retten.

Mangelerscheinungen

Hier noch ein paar weitere Punkte, die ursächlich für die fehlende (oder nicht zufriedenstellende) Blüte sein können.

  • vielleicht handelt es sich bei den vermeintlichen Blütenknospen, die man endlich aufgehen sehen will, doch um Blattknospen? Bei manchen Arten sind Letztere überraschend groß, was die Verwechslungsgefahr erhöht.
  • kleine Flecken auf den Blüten, die nass aussehen und sich schnell vergrößern, deuten auf die Blütenfäule Ovulinia hin, die verstärkt in nassen Jahren auftritt. Die Blüten werden rasch braun und verwelken, bleiben jedoch an der Pflanze haften.

Tipp: Vorbeugend Fungizide anwenden, kurz bevor sich die Blütenknospen öffnen (sollten).

  • gelbe Blätter sind möglicherweise auf einen Eisen- oder Stickstoffmangel zurückzuführen. In einem solchen Fall haben die Blütenknospen Probleme, richtig zu gedeihen und zu erblühen.

Eisenmangel

  • neuere Blätter gelblich
  • Eisen fehlt als Spurenelement im Boden (Dünger) – entweder ist das eine oder das andere der Fall
  • pH-Wert ist zu hoch (Pflanze kann das eigentlich vorhandene Eisen nicht aufnehmen)*

Stickstoffmangel

  • ältere Blätter gelblich
  • Düngung nicht angemessen

Aber:

Nicht jeder Rhododendron hat dunkelgrüne Blätter. Manch Art neigt zu helleren, gelblich nuancierten Ausführungen. Somit kann man nicht einfach von A auf B schließen.

Rhododendron kann Mangelerscheinungen aufweisen

Knospenmangel

Mangelhafte Blütenknospen-Bildung

Besteht das Problem nicht nur darin, dass Knospen partout nicht erblühen wollen, sondern auch in der mangelhaften Bildung derselben? Dann kommen folgende Ursachen in Betracht.

  • zu viel Schatten – je mehr Sonne, desto mehr Blütenknospen – aber zu viel Sonne birgt die Gefahr eines Sonnenbrands und der Austrocknung – dominierender Schatten fördert mehr die Laub- als die Blütenknospen-Produktion
  • kühler, nasser Sommer
  • zu wenig Phosphor und Kalium – Phosphor begünstigt die Blütenknospen-Bildung und eine hohe Widerstandsfähigkeit derselben – Kalium festigt die Triebe und unterstützt die Winterhärte
  • nicht abgebrochene welke Blütenstände
  • aus Samen gezogene Pflanzen – aus Samen gezogene Rhododendren blühen selten oder erst im hohen Alter – sie brauchen mindestens ein bis zwei Jahre mehr als ihre Verwandten (Stecklingsbewurzelung)

Tipp: Die meisten Rhododendron-Arten brauchen zwei bis drei Jahre von der Stecklingsbewurzelung bis zur ersten Blüte. Nur bei wenigen Ausnahmen geht es schneller (bei manchen aber auch langsamer).