Fensterblatt, Fünffingerblatt, Monstera deliciosa – Pflege + Schneiden

Fensterblatt, Fünffingerblatt, Monstera deliciosa

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Blütenfarbe
gelb, rosa, weiss
Standort
Schatten, Halbschatten, Absonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, mehrjährig, Kletterpflanze, Überhängend
Höhe
bis zu 300 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Aronstabgewächse, Araceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen, Kletterpflanzen, Kübelpflanzen
Gartenstil
Wintergarten, Wohngarten, Innenhof

Von den insgesamt etwa 50 Monstera-Arten hat die Monstera deliciosa, auch bekannt als Fenster- oder Fünffingerblatt, Einzug in viele Wohnzimmer gehalten. Dabei gibt es die typisch grüne Sorte und eine mit panaschierten Blättern. Typisch für alle Arten sind die langen Luftwurzeln, die als Haftorgan dienen und die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Unter optimalen Bedingungen und frühestens nach etwa 10 Jahren kann das Fensterblatt sogar blühen und Früchte ausbilden.

Pflege

Die Monstera deliciosa zählt zu den beliebtesten Zimmerpflanzen, was sie nicht zuletzt ihrer imposanten Größe und insbesondere den fiedrig gelappten, glänzend grünen Blättern verdankt. Die Blätter können bei ausgewachsenen Exemplaren bis zu 50 cm lang werden. Während junge Blätter anfangs ganzrandig sind, bilden sich später die typischen Einschnitte, die je älter die Pflanze ist, umso schöner und ausgeprägter sind. Bei entsprechender Pflege kann die Monstera so zu einer wahren Schönheit heranwachsen. Der richtige Standort und ein hochwertiges Substrat sind dabei schon die halbe Miete. Die Pflege des Fensterblattes ist unkomplizierter als man denkt, denn diese Pflanze verzeiht den einen oder anderen Pflegefehler.

Standort

Vom Frühjahr bis zum Herbst bevorzugt das Fensterblatt, entsprechend seiner tropischen Heimat, wo es im Dämmerlicht des Urwaldes wächst, einen absonnigen bis halbschattigen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Während der warmen Jahreszeit kann es auch draußen an einem geschützten, hellen bis halbschattigen Plätzchen stehen.

Monstera deliciosa ist eine beliebte Zimmerpflanze

  • Sonne am Morgen und am Abend optimal
  • pralle Mittagssonne vermeiden
  • zu intensive Sonneneinstrahlung würde die grünen Blätter verbrennen
  • optimale Temperaturen in Wohnräumen, im Frühjahr und Sommer um die 21 Grad
  • Monstera deliciosa kommt mit normalen Zimmertemperaturen gut zurecht
  • unter 18 Grad sollten sie möglichst nicht fallen
  • bei der Wahl des Standortes endgültige Größe der Pflanze berücksichtigen
  • kann bis zu einer Höhe von ca. 3 m heranwachsen
  • ausreichend Platz in Höhe und Breite einplanen

Tipp: Standortwechsel mag das Fünffingerblatt überhaupt nicht. Er kann dessen Blühfreudigkeit bremsen, die ohnehin sehr selten ist. Folglich sollte man von Beginn an einen Platz wählen, an dem es dauerhaft, für viele Jahre ungestört stehen kann.

Boden

Auch die Beschaffenheit des Bodens sollte seinem natürlichen Standort weitestgehend entsprechen. Grundsätzlich sollte der Boden mäßig trocken bis mäßig feucht, durchlässig, humusreich, nicht zu nährstoffreich und neutral bis schwach sauer sein. Gegenüber Kalk ist die Monstera tolerant. Sehr gut geeignet sind sandige bis lehmige Böden. Um eine optimale Versorgung der Pflanze zu gewährleisten, verwendet man am besten nur hochwertige Substrate.

Fensterblatt auch Fünffingerblatt genannt

Die kann z.B. aus einem Drittel Lauberde und zwei Dritteln Komposterde bestehen. Lauberde kann bei Bedarf auch durch Kokohum oder Perlite ersetzt werden. Geeignet ist auch Rhododendronerde auf Kompostbasis mit einem leicht sauren pH-Wert. Alternativ zu handelsüblichen oder selbst hergestellten Substraten kann das Fünffingerblatt auch als Hydrokultur in Blähton oder Vermiculite gehalten werden, was etwa alle 1 – 2 Jahre erneuert werden sollte.

Pflanzen

Die Monstera deliciosa ist hierzulande nicht winterhart und wird ausschließlich als Zimmerpflanze gehalten. Der Topf sollte groß genug sein und über ausreichend Abzugslöcher verfügen. Er sollte möglichst so groß sein, dass zwischen Topfwand und Ballen etwa zwei Fingerbreit Platz bleibt.

  • die unterste Schicht im Topf ist die Drainageschicht
  • die kann u.a. aus Tonscherben oder grobem Kies bestehen
  • darauf einen Teil des Substrats geben und leicht andrücken
  • anschließend den Ballen der Pflanze mit den Händen auflockern
  • die Monstera mittig in den Topf setzen
  • überstehende Luftwurzeln vorsichtig in das Substrat leiten
  • anschließend mit Substrat auffüllen
  • Wurzelscheibe sollte letztendlich ca. 2 – 3 cm unter dem Rand liegen
  • abschließend das Ganze gut angießen

Spätestens, wenn die ersten Wurzeln unten aus den Abzugslöchern wachsen oder oben durch das Substrat drücken, wird es Zeit das Fensterblatt umzutopfen. Bester Zeitpunkt hierfür ist nach dem Winter. Generell sollten jüngere Exemplare aufgrund des schnelleren Zuwachses jährlich umgetopft werden. Bei älteren Pflanzen sind in der Regel Intervalle von 2-3 Jahren ausreichend.

Tipp: Da die Luftwurzeln sehr wichtig für diese Pflanze sind, sollten sie weder geknickt oder verletzt noch abgeschnitten werden. Darüber hinaus ist es ratsam, beim Pflanzen einen Moosstab mit einzusetzen, der der Pflanze Halt gibt und den Luftwurzeln als Kletterhilfe dient.

Fensterblatt mit großen Blättern

Gießen

Der Boden sollte jederzeit leicht feucht aber nicht dauerhaft nass sein. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Die Monstera deliciosa verträgt weder zu viel Nässe noch Ballentrockenheit. Von April/Mai bis Oktober kann regelmäßig gegossen werden, idealerweise mit kalkarmen Regenwasser oder gut abgestandenem Leitungswasser. Um zu viel Nässe vorzubeugen, gießt man erst dann, wenn die oberste Substratschicht abgetrocknet ist. Von November bis März wird sparsamer gegossen.

Neben der gleichmäßigen Bodenfeuchte muss, sobald es wärmer wird als 22 Grad, für eine ausreichend hohe Luftfeuchte gesorgt werden. Das kann man u.a. tun, indem man die Pflanze  regelmäßig mit Wasser besprüht. Oder man stellt den Topf mit der Monstera in eine mit Wasser und Steinen gefüllte Schale, sodass der Topf selbst nicht im Wasser steht.

Tipp: Bei längerer Abwesenheit kann man die Wasserversorgung des Fensterblattes regeln, indem man die Luftwurzeln in ein Gefäß mit Wasser steckt.

Gelegentlich entstauben

Möchte man seiner Monstera etwas Gutes tun, sollte man ihre Blätter ab und zu mit einem feuchten Tuch oder Schwamm abwischen. Vor allem während der Heizperiode ist diese Maßnahme empfehlenswert. Kleinere Pflanzen können auch problemlos in die Dusche oder Wanne gestellt und abgeduscht werden. Das befreit die Blätter nicht nur von lästigen Staubpartikeln auch der Glanz der Blätter kommt dadurch viel besser zur Geltung, die Pflanze erscheint frischer und gesünder.

Monstera deliciosa Blätter regelmäßig abstauben

Tipp: So schön diese Pflanze auch ist, in Haushalten mit kleinen Kindern und Haustieren sollte sie möglichst nicht stehen, denn sie ist in allen Pflanzenteilen, mit Ausnahme der Früchte, für Mensch und Haustier giftig.

Düngen

  • der Nährstoffbedarf des Fünffingerblattes ist mäßig hoch
  • trotz allem ist eine regelmäßige Düngung empfehlenswert
  • von April bis August/September etwa alle 2 Wochen düngen
  • einen Flüssigdünger in verdünnter Form über das Gießwasser verabreichen
  • alternativ spezielle Düngestäbchen für Grünpflanzen verwenden
  • Stäbchen immer nach Angaben des Herstellers dosieren und verabreichen
  • ab Oktober seltener und weniger düngen

Der Abwurf von Blättern kann ein Hinweis auf einen Mangel an Nährstoffen sein. Im Gegensatz dazu können braune Blattränder ein Indiz für einen Nährstoffüberschuss sein. Zu einer Überversorgung mit Nährstoffen kann es z.B. kommen, wenn man Flüssigdünger unverdünnt anwendet.

Fensterblatt gibt es in unterschiedlichen Arten

Schneiden

Generell muss diese Pflanze nicht verschnitten werden. Da sie aber relativ rasant zu einer stattlichen Größe heranwächst, kann man sie mit einem entsprechenden Rückschnitt sehr gut in ihrem Wuchs begrenzen bzw. die Größe den persönlichen Vorstellungen anpassen. Das Fensterblatt ist keine verholzende Pflanze und kann demzufolge beliebig verschnitten werden, sie ist zudem sehr schnittverträglich. Geschnitten werden kann das ganze Jahr über.

Möchte man die Pflanze irgendwann zum Blühen bringen, sollte man nicht zu viel schneiden, denn jeder Schnitt kostet ihr sehr viel Energie. Denn jedes Blatt, das Fotosynthese betreiben kann, unterstützt die Blütenbildung. In diesen Fällen entfernt man lediglich die eingezogenen bzw. abgestorbenen oder kranken Blätter. Eine Garantie für eine Blütenbildung ist dieser vorsichtige Schnitt allerdings nicht. Legt man keinen Wert auf eine Blütenbildung, kürzt man den Haupttrieb auf die gewünschte Höhe ein. An den seitlichen Trieben kann zudem ein Formschnitt vorgenommen werden.

Tipp: Das Schnittgut kann sehr gut dazu genutzt werden, neue Pflanzen zu ziehen.

Fensterblatt bevorzugt halbschattigen Standort

Verletzungen der Luftwurzeln vermeiden

Mit ihren langen Luftwurzeln klettert die Monstera an ihren natürlichen Standorten an Baumstämmen und Ästen empor. Dabei übernehmen sie nicht nur die Funktion von Haftorganen, sondern spielen auch bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen eine bedeutende Rolle. Aus diesem Grunde sollten vor allem gesunde und aktive Luftwurzeln auf keinen Fall abgeschnitten und möglichst nicht verletzt werden.

Tipp: Aquariumsbesitzer können die Luftwurzeln nutzen, um dem Aquariumswasser das für Fische giftige Nitrit und Nitrat zu entziehen. Beides kann die Monstera selbst als Nährstoffe verwerten. Man lässt sie einfach ins Wasser hineinragen, vorausgesetzt, die Pflanze steht in unmittelbarer Nähe des  Aquariums.

Fensterblatt ist recht pflegeleicht

Überwintern

Aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit kann die Monstera deliciosa nicht im Freien überwintern und sollte, sobald die Temperaturen unter 20 Grad fallen, wieder ins Haus geholt werden, sofern sie den Sommer über draußen stand. Im Winter kann sie etwas kühler stehen, bei Temperaturen zwischen 16 und 21 Grad. Kälter als 15 Grad sollte es aber nicht sein.

Gegossen wird während der Überwinterung etwas sparsamer. Erst ab Mitte März können die Gießmengen wieder langsam erhöht werden. Gedüngt wird während dieser Zeit maximal 1-2 Mal und nur in sehr schwacher Konzentration. Bei Temperaturen unter 20 Grad kann komplett aufs Düngen verzichtet werden. Da in der Heizperiode die Luft meist sehr trocken ist, ist es ratsam, die Pflanze bzw. die Blätter öfter mit Wasser zu besprühen. Etwa ab Ende Mai/Anfang Juni kann die Monstera wieder ins Freie gestellt werden, sofern man das möchte.

Monstera deliciosa besitzt panaschierte Blätter

Vermehren

Kopf- oder Triebstecklinge

Über Stecklinge kann die Monstera deliciosa sortenrein vermehrt werden, d.h., die daraus hervorgehenden Jungpflanzen tragen dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr. Am besten nutzt man einen regulären Rückschnitt zur Gewinnung von Stecklingen.

  • Stecklinge sollten mindestens 5 cm lang sein
  • sie sollten über zwei Blätter und mindestens eine Luftwurzel verfügen
  • ohne Luftwurzel gelingt die Vermehrung in der Regel nicht
  • den Schnitt etwa 1 cm unterhalb einer Luftwurzel ansetzen
  • anschließend die Schnittstellen etwa eine Stunde lang an der Luft trocknen lassen
  • nun einen größeren Topf mit Anzuchterde befüllen
  • beispielsweise mit einem Gemisch aus Einheitserde und Sand zu gleichen Teilen
  • den Steckling mitsamt der Luftwurzel in das Substrat einsetzen
  • an der Luftwurzel bilden sich die neuen Wurzeln
  • im Anschluss die Erde befeuchten
  • Topf samt Stecklinge mit lichtdurchlässiger Folie oder Plastiktüte abdecken

Die Folie sollte den Steckling möglichst an keiner Stelle berühren. Mit kleinen Holzstäbchen geht das ganz gut. Das Ganze stellt man dann an einen warmen und halbschattigen Platz und hält das Substrat bis zur Bewurzelung gleichmäßig feucht. Zur Vermeidung von Schimmelbildung sollte die Abdeckung täglich kurz entfernt werden. Sobald sich das erste neue Blatt zeigt, wird die Folie entfernt. Nach etwa vier bis sechs Wochen haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, sodass die Jungpflanze umgetopft und entsprechend weiter kultiviert werden kann.

Tipp: Die Bewurzelung der Stecklinge kann auch in einem Wasserglas erfolgen, am besten in Regenwasser. Auch hier sollte der Steckling bzw. die Schnittstelle zuvor abtrocknen. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden.

weiße Blüte des Fensterblattes

Stammstücke

Als Stammsteckling werden blattlose, nicht verholzte Teile der Sprossachse mit mindestens einer ruhenden Knospe bezeichnet. Eine derartige Vermehrung bietet sich vor allem dann an, wenn das Fensterblatt zu groß geworden ist oder es ohnehin eingekürzt werden soll. Auch diese Art der Vermehrung kann ganzjährig durchgeführt werden. Dabei wird die Sprossachse so zerschnitten, dass sich die Vegetationspunkte bzw. die Blattknoten mit den ruhenden Knospen in der Mitte des jeweiligen Stecklings befinden.

Anschließend legt man jeweils einen Steckling mit nach oben zeigenden Knospen in einen Topf mit magerer Anzuchterde, befeuchtet das Substrat und deckt den Topf samt Steckling mit einer transparenten Plastiktüte ab. Aus den Knospen entwickeln sich dann sowohl Wurzeln als auch neue Blätter. Bis es so weit ist, kann es jedoch einige Zeit dauern, auf jeden Fall länger als bei einer Vermehrung mittels Kopf- oder Triebstecklingen. Sobald der Topf gut durchwurzelt ist, kann die junge Pflanze umgetopft und normal weiterkultiviert werden kann.

Abmoosen

Abmoosen der Monstera ist dann empfehlenswert, wenn die Pflanze nicht so optimal gewachsen ist. Dazu schneidet man den Stamm oder einen Trieb mit einem scharfen Messer ein. Um den Spalt offen zu halten, steckt man ein kleines Stück Holz oder ein Holzstäbchen hinein. Dann bestäubt man die Schnittstelle mit einem Bewurzelungshormon, umwickelt sie mit einem saugfähigen organischen Material z.B. Torfmoos und anschließend mit einer Folie, die oben und unten verschlossen wird. Das Ganze muss nun über mehrere Wochen leicht feucht gehalten werden. Wenn das faserige Material durchwurzelt ist, kann die Pflanze unterhalb der Wurzeln abgetrennt und separat eingepflanzt werden.

Monstera deliciosa Blattunterseite

Schädlinge

Spinnmilben

Ein Spinnmilbenbefall tritt am häufigsten im Winter bei warmer und trockener Heizungsluft auf. Er zeigt sich u.a. an feinen weißen Gespinsten, vorwiegend an den Blattunterseiten und den Blattachseln. Im weiteren Verlauf verfärben sich die Blätter silbrig, später braun und sterben ab. Ist die Pflanze noch nicht zu groß, kann man sie zunächst kräftig abbrausen und anschließend für 3  Tage in eine lichtdurchlässige Plastiktüte oder je nach Größe auch in einen Müllsack stecken und diese verschließen. Die hohe Luftfeuchtigkeit tötet den Schädling ab. Bei sehr großen Pflanzen bietet sich eine Bekämpfung mit systemisch wirkenden Mitteln an.

Schildläuse

Schildläuse kann man an ihren kleinen bräunlichen, hochgewölbten Rückenschildchen erkennen. Betroffene Pflanzen sollten von anderen isoliert werden. Zur Bekämpfung eignen sich Niemöl-Sprays oder systemisch wirkende Mittel in Form von Sticks, die man ins Substrat steckt. Dort geben sie die Wirkstoffe nach und nach ab. Das Gift wird von den Wurzeln aufgenommen und über den Saftstrom in der kompletten Pflanze verteilt, sodass es auch den letzten Schädling erreicht.