Pfingstrosen blühen nicht: woran es liegt und was hilft

Pfingstrosen blühen nicht, woran liegt es

Hilfe, warum blühen meine Pfingstrosen nicht? Das fragen sich Hobbygärtner immer wieder. Praktische Antworten liefert dieser Beitrag. Er befasst sich mit allen potenziellen Ursachen der ausbleibenden Blüte bei Päonien und gibt nützliche Tipps.

Pfingstrosen

Blühende Pfingstrosen (Päonien) gehören zu den größten Gartenattraktionen im Frühsommer. Je älter die Pflanzen werden, desto üppiger fällt die Blüte aus. Was aber, wenn sie stattdessen ganz ausbleibt? Woran kann es liegen, dass Pfingstrosen nicht wie gewünscht blühen?

Wichtig: Päonien sind empfindlicher als andere Pflanzen. Vom Standort über die Pflanzung bis hin zur Pflege muss jedes Detail stimmen, ansonsten droht ein „kahler“ Anblick.

Standort

Möglicherweise blühen die Pfingstrosen nicht, weil der Standort in irgendeiner Form ungeeignet ist. Hier ein Überblick zu den Leitfragen.

Pfingstrosen brauchen einen sonnigen Standort

  • a) Übermäßig schattige Lage?
  • b) Substrat zu nass oder zu trocken?
  • c) Boden zu sehr verdichtet?
  • d) Konkurrenz durch andere Pflanzen?

Zu a): Pfingstrosen brauchen einen vollsonnigen Standort. Stehen sie zu sehr im Schatten, sind die Pflanzen nicht in der Lage, den Hobbygärtner mit einer schönen Blüte zu begeistern.

Zu b): Das Substrat darf weder zu nass noch zu trocken sein. Tendenziell kommen Päonien mit einem eher trockenen Boden besser zurecht. Das liegt daran, dass sie in der Natur zum Teil auf felsigem Untergrund wachsen.

Tipp: Um den Pfingstrosen im heimischen Garten möglichst natürliche Bedingungen zu schaffen, empfiehlt es sich, dem Substrat Sand, Kalk, Kies und/oder kleine Schotterstückchen beizumischen. Dies macht zudem den Boden durchlässiger, was sehr wichtig ist, wie der nächste Punkt untermauert.

Zu c): Ein durchlässiger Boden zählt zu den entscheidenden Kriterien. Ist der Untergrund nämlich verdichtet, kann das Wasser nur schlecht und langsam ablaufen. Pfingstrosen kommen mit Staunässe überhaupt nicht zurecht – sie erleiden schnell einen Pilzbefall, kümmern und weigern sich, Blüten zu bilden.

Tipp: Wer Pfingstrosen zur perfekten Blüte bringen will, muss einen gut drainierten Boden sicherstellen. Sandige Untergründe sind ideal. Ansonsten sollte man das fette, lehmige Pflanzloch für die Päonien selber mit einer Zugabe von Sand und/oder Kies abmagern.

Zu d): Pfingstrosen, die in der Nähe von ausgebreiteten Sträuchern oder unter hohen Bäumen wachsen, blühen schlecht bis gar nicht. Sie ertragen solch einen „Wettbewerb“ um das beste Licht, die Nährstoffe etc. nicht.

Tipp: Wer feststellt, dass die eigenen Päonien mit konkurrierenden Pflanzen zu kämpfen haben, sollte sie Anfang September an eine passende Stelle verpflanzen.

Pfingstrosenknospe mit Blühansatz

Aber, es gibt das „Gerücht“, dass man die Sensibelchen nicht umpflanzen sollte. Angeblich blühen sie dann jahrelang nicht mehr oder gehen ganz ein. Komplett auszuschließen ist ein solches Szenario nicht. Allerdings berichteten schon einige Hobbygärtner, dass ihre Pfingstrosen nach der Umpflanzung bald wieder blühten.

Hinweis: Dennoch sollte man Päonien nur in Notsituationen umpflanzen. Grundsätzlich stimmt es nämlich schon, dass sie Standortwechseln eher negativ gegenüberstehen.

Tipp: Wer mitten im Jahr gezwungen ist (etwa durch einen Umzug), seine Pfingstrosen zu verpflanzen, sollte beim Herausnehmen der Schönheiten möglichst viel Erdballen mit abstechen. Dann setzt man die Päonien am neuen Standort wieder so tief wie am alten und gießt sie gründlich an.

Sofern möglich, macht es Sinn, die Pfingstrosen bei der Gelegenheit zu teilen, denn: Zwei, drei kleinere Teilstücke wachsen an ungewohnter Wirkungsstätte besser an und treiben reicher aus als ein großer Wurzelstock.

Zusammenfassend noch einmal die wesentlichen Standorteigenschaften:

  • vollsonnig statt schattig
  • eher trockenes Substrat (Sand, Kies etc.) statt Nässe
  • durchlässiger Boden statt verdichtetem Untergrund
  • Freiheit statt Konkurrenz

Pflanzen

Die dicken, fleischigen Wurzelknollen der Stauden-Pfingstrosen „wollen die Glocken läuten hören“, wie ein bekanntes Sprichtwort sagt. Letzteres möchte damit ausdrücken, dass die Wurzeln der Pflanze nur knapp unter der Erde liegen dürfen.

Tipp: Päonien nicht tiefer als zwei bis drei Zentimeter pflanzen. Man prüft die Höhe am besten mit den eigenen Fingerspitzen. Nur Strauch-Pfingstrosen müssen mit ihrer Veredlungsstelle fünf bis zehn Zentimeter unter der Erde liegen.

Fakt ist, zu tief gepflanzte Pfingstrosen blühen nicht. Dies ist eine der häufigsten Ursachen für das Problem. Steht die Pfingstrose tatsächlich zu tief, hebt man sie im kommenden Herbst wie folgt an.

1. Schritt: Mit etwas Abstand zur Päonie eine Grabegabel unter die Wurzel setzen.

2. Schritt: Den Wurzelstock ein Stück nach oben drücken (bis zur idealen Höhe).

Neben der Höhe spielt auch der adäquate Zeitpunkt der Pflanzung eine wichtige Rolle. Werden Päonien zu spät gepflanzt, blühen sie häufig nicht. Wer seine Pfingstrosen erst im Frühjahr setzt, darf nicht erwarten, dass sie im Mai oder Juni bereits leuchten. Erst müssen die Pflanzen richtig anwurzeln und Kraft tanken. Sie blühen – wenn sonst alles passt – im darauffolgenden Jahr.

Tipp: Am besten pflanzt man Pfingstrosen zwischen Ende August und Ende September. Die Päonien sind dann in der Winterruhe. Sie kommen ohne Laub aus und wachsen während der kühlen Monate am neuen Standort an.

Pfingstrosen brauchen den richtigen Boden

Pflege

Auch Fehler in der Pflege können ursächlich für die ausbleibende Blüte der Pfingstrosen sein:

  • a) zu früher Rückschnitt
  • b) zu starker Rückschnitt (Strauch-Pfingstrosen)
  • c) kein Entfernen verwelkter Blüten
  • d) Überdüngung mit Stickstoff
  • e) Mangel an Nährstoffen
  • f) übertriebene Trockenheit
  • g) zu viel Feuchtigkeit/Nässe
  • h) Frostschäden (Winter)

Zu a): Pfingstrosen sollten nicht vor Ende Oktober/Anfang November geschnitten werden. Dann entfernt man alle oberirdischen Teile ungefähr eine Handbreit über dem Boden. Bei einem früheren Start wird das „innere Gleichgewicht“ der Pflanzen gestört, sodass sie im nächsten Jahr möglicherweise nicht blühen.

Zu b): Insbesondere bei Strauch-Pfingstrosen ist darauf zu achten, ausschließlich Verblühtes abzuschneiden. Entfernt man die Neuanlage von Knospen mit, bleibt die Blüte im kommenden Jahr ebenfalls aus. Hier ist also ein genaues und aufmerksames Vorgehen gefragt.

Tipp: Ein Auslichtungsschnitt (nach der Blüte) empfiehlt sich nur dann, wenn die Päonien zu üppig wachsen. In diesem Fall sollten dennoch nur einige lange Triebe weggenommen werden, sodass genügend Blüten übrigbleiben.

Zu c): So sehr man aufpassen muss, nicht zu viel zu entfernen, so wichtig ist es, verwelkte Blüten möglichst zeitnah zu beseitigen. Ansonsten opfert die Pflanze zu viel Kraft für die Samenbildung, was dazu führt, dass im neuen Jahr nichts blüht.

Zu d): Die Pfingstrose hat zahlreiche grüne Blätter entwickelt, es fehlen jedoch die Blüten (oder Letztere sind sehr schwach)? Grund dafür könnte eine Überdüngung mit Stickstoff sein. Zu viel davon schadet den Pflanzen, da der Stoff ein (zu) schnelles Wachstum sowie weiche und labile Blätter fördert.

Die Folgen: Den Päonien mangelt es an Kraft, Festigungsgewebe auszubilden. Darüber hinaus begünstigt ein zu hoher Stickstoffgehalt den Befall durch Krankheitskeime oder Parasiten.

Tipp: Stickstoff unterminiert Phosphor und Kalium, zwei Stoffe, die Pfingstrosen zum Blühen brauchen. Wer Düngemittel mit hohem Stickstoffgehalt verwendet, sollte daran denken, zusätzlich ein Mittel mit Phosphor und Kalium hinzuzugeben. Dabei ist die Dosis des stickstoffreichen Düngers entsprechend zu reduzieren.

Zu e): Auch eine mangelnde oder falsche Nährstoffversorgung kann dazu beitragen, dass Pfingstrosen nicht mehr blühen.

Achtung:

In vielen Online-Beiträgen wird empfohlen, Kompost als Dünger für Päonien zu verwenden. Davon ist jedoch eher abzuraten, denn: Kompost enthält oft Unkrautsamen. Nun lässt sich Unkraut, das zwischen den dicken Wurzeln der Pfingstrosen aufläuft, kaum entfernen, ohne ebendiese Wurzeln zu beschädigen. Nicht zu vergessen, dass die Verwendung von Kompost im Zusammenhang mit Päonien einen schwer bis überhaupt nicht bekämpfbaren Pilzbefall fördert (bei anderen Pflanzen ist Kompost wunderbar!).

Tipp: Einmal im März und einmal nach der Blüte Mitte Juni düngen. Dabei idealerweise einen organischen Dünger verwenden und der Packungsvorschrift folgen. Das Mittel vorsichtig mit einer kleinen Handkralle oder Grabegabel einarbeiten, um Wurzelverletzungen zu vermeiden.

Pfingstrosen mit ihrem dunkelgrünen Laub

Zu f): Bei starker Hitze kann die Trockenheit übermäßig werden. Dann muss man die Pfingstrosen unbedingt gießen. Ansonsten droht die Blüte auszufallen.

Hinweis: Prinzipiell sind Päonien recht anspruchslos, was die Wasserversorgung betrifft. Nur bei einer sehr ausgedehnten Hitzewelle über Wochen brauchten sie Wasser (erkennbar an schlaffen Blättern).

Zu g): Während ältere Generationen nur wenig Wasser benötigen, sind frisch gepflanzte Pfingstrosen doch relativ durstig. Werden die Blätter schlaffer, gibt man ihnen einen kräftigen Schluck aus der Gießkanne, das genügt.

Wichtig: Zu viel Nässe ist nicht gut für Päonien. Sie führt einen Pilzbefall herbei und verhindert die Blüte.

Zu h): Frostschäden können ebenfalls fehlende Blüten verursachen. Pflanzt man die Pfingstrosen erst im Spätherbst und schützt sie im Winter nicht, tritt der unerwünschte Fall möglicherweise ein.

Tipp: Am besten deckt man die Pflanzen im Wurzelbereich mit Reisig ab.

Achtung:

Nach den letzten Frösten im Februar/März sollte der Winterschutz wieder entfernt werden. Wartet man zu lange, liegen die Knospen zu tief unter dem Licht und es findet keine Blüte statt.

Pfingstrose mit voller roter Blüte

Krankheiten

Krankheiten oder Schädlinge

Erleiden Pfingstrosen eine Krankheit oder werden von Schädlingen befallen, ist es unwahrscheinlich, dass sie blühen.

Typische Krankheit:

Grauschimmel. Er tritt im Frühjahr bei feuchter Witterung auf und besiedelt neben den Blättern oft auch die Blütenknospen. Letztere vertrocknen in der Folge und fallen ab. Erkennbar ist ein Grauschimmelbefall an bräunlich bis schwärzlich gefärbten Pflanzenteilen.

Typische Schädlinge:

Nematoden. Die winzig kleinen Wesen „wollen“ die Pflanze am Blühen hindern. Gelb verfärbte und am Rand vertrocknete Blätter deuten auf einen Befall hin.

Sonstiges

  • Pfingstrosen bilden im Laufe der Jahre große Horste
  • leider halten die langen Stängel heftigem Regen und Wind nicht stand – sie fallen um
  • deshalb sehnen sich die Pflanzen nach einer Stütze – entsprechende Staudenhalter sind in Baumärkten etc. erhältlich
  • manche Sorten der Päonien brauchen länger als andere, um erstmals zu blühen
  • die Erfahrung vieler Hobbygärtner zeigt, dass weiße Pfingstrosen mehr Zeit benötigen – mitunter gilt es also einfach geduldig zu bleiben