Himbeeren düngen – wann, womit und wie?

Himbeeren im Ertrag steigern

Frische Beeren aus dem eigenen Garten sind eine der Gaben des Sommers. In der Sonne gereift strahlen die farbintensiven Beeren um die Wette und stehen im akzentvollen Kontrast zum satten Grün der Blätter. Damit der Gärtner diese Freude erlebt, bedarf es einer ausreichenden Pflege. Das Düngen wird nicht selten vernachlässigt bzw. durch Standardlösungen ersetzt. Die Himbeere (Rubus idaeus) stellt einige Besonderheiten an die Düngung und die daraus resultierende Bodenbeschaffenheit.

Düngen und Boden

Grundsätzliches für Düngung und Bodenbeschaffenheit

Obwohl Himbeeren bei der Nährstoffversorgung vergleichsweise unempfindlich sind, muss der ambitionierte Gärtner auf einige Details achten. Mineraldünger sind für Himbeeren keine gute Wahl, da sie viel Salz enthalten. Viele Böden leiden ohnehin durch zu häufiges Wässern unter einem erhöhten Salzgehalt. Himbeeren sind sehr sensibel und reagieren auf das Natriumchlorid mit spärlichem Wachstum, gelben Blättern und mickrigen Früchten. Ähnliches gilt für Chlor. Dieses ist vielen chemischen Düngemitteln und Beerendüngern beigesetzt.

Idealerweise wird ein chlor- und salzfreier Beerendünger mit organischen Düngemitteln wie Kompost oder Pferdemist kombiniert. Die organischen Dünger lockern den Boden auf, reichern ihn mit Mikroorganismen an und verbessern die Wasserversorgung.

Merke:

  • Chlor und Salz begrenzen das Wachstum!
  • organischen Dünger mit Beerendünger kombinieren

Himbeeren richtig düngen

Wann Düngen?

Düngen: aber wann?

Nicht nur das Düngemittel, sondern auch der Zeitpunkt der Nährstoffgabe verändert das Ergebnis. Grundsätzlich werden Himbeeren beim Pflanzen gedüngt, um das Wurzelwachstum anzuregen, und im Frühjahr. Wichtig ist noch vor der Blüte zu düngen, welches abhängig von der Sorte bis spätestens Anfang Mai stattgefunden haben sollte.

Obwohl häufig dazu geraten wird, vor der Fruchtreife ein zweites Mal zu düngen, ist dies mit Vorsicht zu sehen. Richtig ist, dass dadurch die Früchte größer werden, jedoch leidet auf der anderen Seite der Geschmack. Außerdem kann häufiges Düngen besonders auf ohnehin nährstoffhaltigen Böden den gegenteiligen Effekt haben.

  • Denn zu viel ist genauso schlecht wie zu wenig Nährstoffe!

Auf mageren und mittelprächtigen Böden ist hingegen eine zweite Düngung nach der Fruchtperiode angezeigt. Die Pflanze erhält so die Kraft, neue Knospen anzulegen und gut über den Winter zu kommen. Doch Achtung: Eine Düngung nur wenige Wochen vor dem ersten Frost ist schädlich. Die Himbeeren reagieren mit der Bildung neuer Sprosse, die dann erfrieren. Daher dürfen insbesondere spättragende Sorten nicht mehr im Herbst gedüngt werden.

Merke Düngen:

  • beim Pflanzen
  • im Frühjahr vor der Blüt
  • im Herbst nach der Fruchtreife
  • spättragende Sorten nur im Frühjahr
  • Sonne, Regen und Düngung vertragen sich nicht

Genauso wichtig wie der Zeitpunkt ist auch das Wetter beim Düngen. Ideal ist eine leichte Bewölkung und gemäßigte Temperaturen ohne Regen und direkte Sonneneinstrahlung.

Der Grund:

Regen würde die frisch in den Boden eingebrachten Nährstoffe direkt wegschwemmen und so unbrauchbar machen.

Sonne hingegen kann durch die austretenden Gase organischen Düngers Stamm, Wurzel und Blätter regelrecht verbrennen. Besondere Vorsicht ist bei Flüssigdüngern geraten. Diese niemals über das Blattwerk gießen, sondern immer nur direkt an den Stamm.

Himbeeren im Garten

Merke:

  • nie bei Sonne und Regen düngen
  • Blätter und Blüten nicht benetzen
  • Pferdemist – ein reichhaltiger, organischer Dünger

Ein reichhaltiger Direkt- und Langzeitdünger mit vielen Vorteilen ist Pferdemist. Er lässt sich frisch, getrocknet und kompostiert für Himbeeren einsetzen. Jedoch ist es nicht einerlei, in welcher Form er den Pflanzen bereitgestellt wird.

Frischer Pferdemist ist reich an schnell verfügbarem Ammoniak und wirkt als Direktdünger. Gleichzeitig ist der frische Pferdemist ein Langzeitdünger, denn durch den Zersetzungsprozess werden erst nach circa einem Jahr alle Nährstoffe freigesetzt.

Getrockneter Dung ist hingegen stickstoffärmer, da das Ammoniak verdampft ist. Damit ist er gleichzeitig auch geruchsneutral. Kompostierte Pferdeäpfel bilden einen reichhaltigen Humus, der den Boden auflockert und gleichzeitig Wasser speichern kann.

Frische Pferdeäpfel – beim Pflanzen ideal

Als Nährstoffbooster können frische Pferdeäpfel bezeichnet werden, die darüber hinaus beim Zersetzungsprozess Wärme produzieren. Beides kann sich der Gärtner zunutze machen.

Beim Umpflanzen der Himbeeren wird der Pferdemist ins Pflanzloch gegeben. Dieser Trick ist der Rosenzüchtung entlehnt und wirkt auch bei Himbeeren, denn immerhin gehören beide zur gleichen Familie: den Rosengewächsen (Rosaceae).

der Zeitpunkt der Düngung ist sehr wichtig

Wichtig ist, dass die Pferdeäpfel nicht zu tief im Pflanzloch versenkt werden, denn anders als Rosen sind Himbeeren Flachwurzler. Die verrottenden Pferdeäpfel wärmen die Pflanze von unten. Die Wurzeln werden durch den schnell verfügbaren Stickstoff zum Wachstum angeregt und die Pflanze gewöhnt sich schnell an den neuen Standort.

Merke:

  • Pferdeäpfel ins Pflanzloch
  • Himbeeren sind Flachwurzler
  • getrockneter und kompostierter Pferdemist für den Frühling

Als Langzeitdünger eignet sich getrockneter und kompostierter Pferdedung. Der Kompost hat den Vorteil, dass die Nährstoffe noch schneller verfügbar sind als beim getrockneten Dünger. Zusätzlich vermag er, Wasser an den Wurzelballen zu binden. Dafür den Kompost nicht oder nur wenig in den Boden einarbeiten. So sickern bei jedem Gießen bzw. Regen die Nährstoffe schrittweise zu den Wurzeln.

Bei ohnehin nassen Böden kann Kompost jedoch kontraproduktiv sein und Fäulnisprozesse begünstigen. In diesem Fall ist getrockneter Mist besser geeignet, der mit der Hacke leicht in den Boden eingearbeitet wird. Hier bindet er nur wenig Wasser und gibt langsam seine Nährstoffe ab.

Merke:

  • kompostierter Pferdemist für trockene Böden
  • getrockneter Dung für feuchte Böden
  • Brennesseljauche – der natürliche Stickstofflieferant

Brennesseln brauchen zum Wachstum besonders viel Stickstoff und dienen im Garten als Stickstoffanzeiger. Es ist dementsprechend nur folgerichtig, dass das verrottende Pflanzenmaterial als natürlicher Stickstofflieferant für Himbeeren dienen kann.

Himbeerernte im Ertrag steigern

Zum Ansetzen einer Brennesseljauche wird das grob zerschnittene Pflanzenmaterial mit Wasser bedeckt. Abhängig von der Außentemperatur gärt der Ansatz circa ein bis zwei Wochen. Dabei ist darauf zu achten, dass sich beim täglichen Umrühren Schaum bildet. Steigt dieser nicht weiter auf, ist die Brennesseljauche einsatzbereit. Sie wird im Verhältnis 1 :10 mit Wasser verdünnt und an die Wurzeln der Himbeeren gegeben.

Merke:

  • Brennesseljauche 1:10 mit Wasser verdünne
  • nicht über Blätter gießen
  • stickstoffhaltig

Beerendünger mit Mykorrhiza

Beerendünger – schnelle Hilfe mit Mykorrhiza

Der Handel bietet spezialisierte Dünger für Beeren an. Diese sind in der Regel stickstoffarm, jedoch reich an Kalium und Phosphor, die für eine gesunde Blütenbildung unerlässlich sind. Der geringe Stickstoffgehalt ist auf gute Böden ausgerichtet: Auf ausgelaugten Böden sind Beerendünger allein häufig nicht ausreichend und sollten durch organische Dünger wie Pferdemist und Brennesseljauche ergänzt werden. Eine Kombination aus beiden Elementen bietet eine Direkt- und Langzeitversorgung.

Darüber hinaus enthalten ausgewählte Beerendünger Mykorrhiza. Dies ist ein Bodenpilz, der mit den Himbeerwurzeln eine Symbiose eingeht. Er vergrößert die Oberfläche der Wurzeln und verbessert dadurch die Aufnahmefähigkeit von Wasser und Nährstoffen.

Merke:

  • Beerendünger sind stickstoffarm
  • sie sind als Direktdünger konzipiert
  • auf Mykorrhiza achten

Kalken – nein danke

Geübte Hobbygärtner wissen um die ertragsfördernde Wirkung des Kalks. Blumen, Obst und Gemüse sowie der geliebte Rasen sprießen durch die jährliche Kalkung im satten Grün. Im Gegensatz dazu gehören die Himbeeren, wie viele andere Beeren, zu den Kalkverachtern. Der Grund: Kalk neutralisiert sauren Boden.

Himbeeren gedeihen besonders gut bei einem pH-Wert von 5,5 bis hin zu 6,5, also saurem Boden. Diese Besonderheit verlangt nach vermehrter Aufmerksamkeit auch beim Gießen, denn Leitungswasser weist vielerorts einen hohen Kalkgehalt auf. Daher zu Regenwasser greifen. Bei natürlich kalkhaltigen Böden stellt regelmäßiges Düngen mit Kaffeesatz nicht nur Nährstoffe bereit, sondern reduziert den ph-Wert des Bodens.

den richtigen Dünger für Himbeerpflanzen finden

Merke:

  • nicht kalken
  • Regenwasser verwenden. Leitungswasser ist kalkhaltig!
  • pH-Wert von 5,5 bis 6,5 ist ideal
  • Kaffeesatz neutralisiert Kalk

Kaffeesatz als Dünger

Kaffeesatz – der günstige Dünger für Himbeeren

Eine günstige Alternative zu gekauftem Beerendünger ist der Kaffeesatz. Das kalte und getrocknete Pulver im Frühjahr einfach leicht in den Boden einarbeiten und von den Nährstoffen und besonderen Eigenschaften des Kaffees profitieren. Denn der Kaffeesatz reduziert nicht nur den pH-Wert des Bodens, sein Geruch schreckt auch Schädlinge ab.

Merke:

  • Kaffeesatz ist ein vollwertiger Dünger
  • Schädlinge werden abgeschreckt