Harlekinweide schneiden – Rückschnitt von Salix integra ‚Hakuro Nishiki‘

Harlekinweide schneiden

Harlekinweiden stellen weder an die Pflege noch an den Boden große Ansprüche. Sie erfreuen den Hobbygärtner mit ihren bunten Blättern und schnellem Wuchs. Wenn da nur nicht das Schneiden wäre, denn ein regelmäßiger Schnitt ist die einzige Anforderung, die Salix integra an den Gärtner stellt. Wir geben dazu eine kurze Anleitung.

Zeitpunkt

Idealerweise werden die hübschen Zierweiden im Frühjahr geschnitten. Sobald keine Dauerfröste mehr erwartet werden, kann an einem frostfreien Tag geschnitten werden. Je nach Winter kann das Zurückschneiden also bereits Ende Februar erfolgen. Dabei gilt, wenn die Sonne scheint, wird nicht geschnitten, auch Regen tut den offenen Wunden der Weide nicht gut. Ein bedeckter, nicht allzu kalter Tag eignet sich am besten für den Schnitt, der auf alle Fälle vor dem Laubaustrieb durchgeführt werden sollte.

Richtig schneiden

Weiden müssen regelmäßig geschnitten bzw. ausgelichtet werden. Da Harlekinweiden sehr schnittverträglich sind, treiben sie auch nach einem radikalen Schnitt sicher wieder neu aus. Beim Schneiden der Zierweide muss zwischen Pflanzen mit Hochstamm und solchen, die als Strauch kultiviert werden, unterschieden werden.

Harlekinweide mit Hochstamm

Wird die Zierweide nicht regelmäßig geschnitten, verlieren untere und innere Triebe mit der Zeit ihr Laub, und Hakuro Nishiki macht einen eher kümmerlichen Eindruck. Außerdem sammelt sich in der Krone viel Totholz an, und es entstehen unschöne kahle Stellen. Zudem sind überalternde Triebe anfälliger für Krankheiten und Parasiten als jüngere.

Auch wird die Weide ohne regelmäßiges Schneiden immer breiter, und irgendwann ist schlicht kein Durchkommen mehr möglich. Da die Blätter ohne Schnitt auch ihre schönen Farben verlieren, geht letztlich der Reiz an der Pflanze verloren. Sie hat dann schlichtes grünes Laub wie jede andere Pflanze auch.

Harlekinweide als Hochstamm

Um die Kugelkrone der Harlekinweide zu erhalten, muss sie regelmäßig in Form geschnitten werden. Der erste Schnitt kann durchaus bereits vor dem dritten Standjahr erfolgen. Der kugelförmige Formschnitt erfolgt im Frühling vor dem Laubaustrieb. Soll die runde Form perfekt erhalten bleiben, folgt in den Sommermonaten ein Nachschnitt.

Rückschnitt

Ist kein Frost mehr zu erwarten, ist die richtige Zeit für das Beschneiden gekommen. Ein Vorteil des frühen Schnitts ist, dass die Salix integra keine Blätter hat. Der Rückschnitt fördert den Neuaustrieb, und die Krone kann sich schön dicht entwickeln.

  • Zeitpunkt: witterungsabhängig, frostfrei, ab Ende Februar / Mitte März möglich
  • jährlich
  • nicht an Sonnentagen
  • scharfe und saubere Gartenschere benutzen
  • erster Schnitt bereits vor dem dritten Standjahr
  • Radikalschnitt möglich
  • Formschnitt: Kugel, Nachschnitt empfohlen

Harlekinweide mit ihren bunten Blättern

Da die Harlekinweide vor dem Laubaustrieb geschnitten wird, können abgestorbene und kranke Zweige gut erkannt werden, denn diese sind vollkommen zu entfernen. Die Triebe vom Vorjahr werden dabei auf kurze Stummel geschnitten. Gesunde Äste werden auf ca. ein Drittel ihrer Länge zurückgeschnitten.

Bei sehr dicht beieinanderstehen Ästen muss ausgeschnitten werden. Zudem müssen alle sich überkreuzenden und nach innen wachsenden Triebe abgeschnitten werden. Sie erhalten zu wenig Licht und sind für die Pflanze, da sie keine Photosynthese betreiben können, unnütz. Damit die Salix integra wieder kräftig austreiben kann, sollten drei bis vier Augenpaare pro Trieb erhalten bleiben.

Die Harlekinweide kann grundsätzlich auch im späten Herbst geschnitten werden. Dies ist aber nicht empfehlenswert, da die Weide im Herbst die entstandenen Schnittwunden schlechter verschließen kann als im Frühling. Außerdem behält man im unbelaubten Zustand eine bessere Übersicht für den Formschnitt.

Harlekinweide sollte im Frühjahr geschnitten werden

Formschnitt

Um eine schöne, runde Form zu erhalten, werden alle Triebe auf eine Länge von fünf bis zehn Zentimetern zurückgeschnitten, sodass eine schöne Kugel entsteht. Dabei kann die Kugelkrone bis auf 30 cm im Durchmesser zurückgeschnitten werden. Um einen ungünstigen Wuchs zu vermeiden, dürfen am direkten Stamm, also an der Basis, keinerlei Stummeln stehen gelassen werden.

Beim Verschneiden sollte aber nicht nur die runde Form im Auge behalten werden, sondern auch die Relation zwischen Hochstamm und Kugelkrone. So wirkt die Krone auf dem zierlichen Stamm schnell wuchtig und ungepflegt.

Nachschnitt

Im Freiland wächst Hakuro Nishiki sehr schnell. Dies führt dazu, dass die Kugelkrone auch schnell wieder aus der Form gerät. Soll die runde Form über den ganzen Sommer bestehen bleiben, muss öfters nachgebessert werden. Der Nachschnitt darf kein radikaler Schnitt wie im Frühling sein, man sollte lediglich bei Bedarf zu lange Triebe beschneiden. Wer sich nicht daran stört, dass die Zierweide nicht mehr ganz so rund ist, kann auf den Nachschnitt jedoch verzichten.

Harlekinweide im Garten

Harlekinweide im Kübel

Wird Salix integra im Kübel kultiviert, muss sie auch geschnitten werden. Das Zurückschneiden erfolgt wie bei den Weiden im Freiland. Allerdings kann es sein, dass Hakuro Nishiki im Kübel nicht ganz so schnell wächst. Das hat den Vorteil, dass sie ihre Kugelform länger behalten kann und nicht so oft nachgeschnitten werden muss.

Harlekinweide als Strauch

Wurde die Zierweide als Strauch eingepflanzt, muss sie nicht in jedem Jahr geschnitten werden. Ein Auslichten jedes Jahr in der Frühlingszeit genügt. Sie kann aber auch jährlich zurückgeschnitten werden.

Wird der Strauch zu groß, kann man der buntblättrigen Weide auch einen Radikalschnitt verpassen. Radikal meint, dass sie nur bis auf einige Zentimeter über dem Boden zusammengeschnitten wird.