Amaryllis blüht nicht – so bringen Sie die Pflanze schnell zum Blühen

Amaryllis mit ihren großen Blütenkelchen

Die Amaryllis gehört zu den Zimmerpflanzen mit den größten Blütenkelchen – bis zu 28 Zentimeter im Durchmesser können die farbintensiven Blüten der auch als Ritterstern bekannten Zwiebelblume groß werden. Die Pflanzen zeigen ihre herrliche Pracht um die Weihnachtszeit herum, werden jedoch nach der Blütezeit häufig entsorgt. Dabei ist das nicht notwendig, denn mit der richtigen Sachkenntnis lässt sich die Amaryllis mehrfach zum Blühen bewegen – und das nicht nur im Winter, sondern sogar im Sommer. Wie das am besten funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Bezeichnung

Amaryllis oder Ritterstern?

Wenn von einer „Amaryllis“ die Rede ist, ist doch in der Regel der Ritterstern (Hippeastrum vittatum) gemeint. Dieser gehört zwar botanisch gesehen zur Pflanzenfamilie der Amaryllidaceae, stellt jedoch eine eigene Gattung mit 70 verschiedenen Arten und über 600 Zuchtformen dar. Bei der eigentlichen Amaryllis im botanischen Sinne handelt es sich dagegen um die afrikanische Belladonnalilie (Amaryllis belladonna). Doch auch wenn die Bezeichnung im Grunde genommen nicht korrekt ist, so kann sie doch beibehalten werden: Schließlich weiß jeder, welche Pflanze damit gemeint ist.

Extra-Tipp:

Ob Belladonnalilie oder Ritterstern: Seien Sie bei beiden Zimmerpflanzen sehr vorsichtig, insbesondere wenn sie Haustiere und / oder kleine Kinder zu Hause haben. Insbesondere Hippeastrum ist stark giftig und kann, sofern die Haut mit dem Pflanzensaft in Kontakt kommt, Hautirritationen auslösen. Werden gar nur wenige Stücke der Zwiebel verzehrt, kann dies sogar tödliche Folgen haben. Achten Sie also darauf, beim Hantieren mit der Pflanze stets Handschuhe zu tragen und sie vor allem außerhalb der Reichweite von Kindern und Katzen aufzustellen.

Amaryllis enthält hautreizende Stoffe

Lebenszyklus

Der Lebenszyklus der Amaryllis

Der Lebenszyklus der Amaryllis unterscheidet sich von dem hier heimischer Pflanzen. Das zeigt sich unter anderem darin, dass die Blume um die Weihnachtszeit herum blüht. Die farbenfrohe Pracht zeigt sich oft bis in den März hinein, wonach das Gewächs durch den Sommer auch draußen kultiviert werden kann. Ab Ende August benötigt die Amaryllis jedoch eine etwa acht Wochen andauernde Ruhephase bei etwa fünf bis maximal zehn Grad Celsius. Erst diese regt die Pflanze zu einer neuerlichen Blüte an – und der Kreislauf beginnt von vorn.

Extra-Tipp:

Allerdings lassen sich nicht alle Zwiebeln mehrjährig kultivieren und erneut zum Blühen bewegen. Das gilt zum einen für manche Sorten der Amaryllis, aber auch für präparierte Zwiebeln. Manchmal werden Amarylliszwiebeln mit einem farbigen Lacküberzug versehen, die sie jedoch für weitere Blüten unbrauchbar machen. Auch mit Pilzsporen befallene Zwiebeln eignen sich nicht für eine weitere Kultur. Diese erkennen Sie an den schwarzen Streifen bzw. Flecken.

Amaryllis gibt es in vielen Farbvariationen

Pflege

Nach der Blüte ist vor der Blüte: Die Amaryllis richtig pflegen

Damit Sie auch in den folgenden Jahren noch weiter Freude an Ihrer Amaryllis haben werden, bedarf dieser der richtigen, ihrem Lebenszyklus angepassten Pflege.

Die Pflege der Amaryllis im Sommer

Nach dem Schnitt sollte die Amaryllis an einem hellen, aber nicht direkt sonnigen Fensterplatz stehen – am besten an einem nach Osten oder Westen ausgerichtetem Fenster. Zudem sollte die Pflanze regelmäßig gegossen werden und zwar immer dann, wenn das Substrat oberflächlich bereits abgetrocknet ist. Ab etwa Ende April / Anfang Mai können Sie zudem damit beginnen, die Pflanze alle zwei Wochen mit einem flüssigen Dünger für tropische Blühpflanzen zu versorgen. Die Düngung wird bis Juli fortgeführt und dann eingestellt.

Amaryllis mit geöffneten Blütenkelchen

Extra-Tipp:

Mit ein bisschen Glück und guter Pflege können Sie die Amaryllis auch im Sommer zum Blühen bewegen. Dazu stellen Sie die Pflanze ab Ende Mai / Anfang Juni (je nach Wetterlage und Witterungsbedingungen) an einen warmen und hellen Platz nach draußen. Gewöhnen Sie die Pflanze langsam an die Sonne, indem Sie sie zunächst nur stundenweise in den lichten Schatten bzw. Halbschatten stellen. Sie können die Amaryllis auch mitsamt ihrem Pflanztopf (der auf jeden Fall Abflusslöcher am Topfboden haben sollte) in den Boden eingraben. Der Topf schützt die Blumenzwiebel vor gierigen Schädlingen wie beispielsweise Wühlmäusen. Wird die Amaryllis nun auch noch gut gegossen und gedüngt, entwickelt sie häufig eine Sommerblüte.

Schneiden

Amaryllis nach der Blüte schneiden

Dazu gehört, die Pflanze nach der Blüte erst einmal zu schneiden. Dieser Schritt ist notwendig, damit die erschöpfte Pflanze Energie sparen und so ihre Reserven wieder auffüllen kann. Verblühtes sollte so schnell wie möglich entfernt werden, um einer energiezehrenden Frucht- und Samenbildung entgegenzuwirken. Stattdessen kann die Amaryllis Kraft schöpfen für eine rasche, neuerliche Blüte – vielleicht sogar schon im folgenden Sommer. Schneiden Sie den verblühten Ritterstern wie folgt und verwenden Sie dabei ein scharfes und desinfiziertes Messer.

Amaryllis Blumenzwiebel im Substrat

  • jede verwelkte Blüte alsbald vom Hauptstängel abschneiden
  • dabei auch den kurzen Blütenstandsschaft entfernen
  • Hauptstängel erst dann entfernen, wenn dieser sich gelb verfärbt hat
  • zuvor zieht die Pflanze noch vorhandene Nährstoffe heraus
  • Hauptstängel etwa fünf Zentimeter oberhalb der Zwiebel abschneiden

Auch gelbliche und vertrocknete Blätter sollten Sie rechtzeitig entfernen: Diese rauben der Pflanze einerseits Kraft, können anderenfalls aber auch zum Einfallstor für Pilze und andere Krankheitserreger werden. Aus demselben Grund sollte das Schneidewerkzeug auch möglichst sauber und desinfiziert sein, um nicht eventuell anhaftende Sporen und Keime auf eine gesunde Pflanze zu übertragen. Grüne Blätter verbleiben allerdings an der Pflanze.

Ruhepause

Ruhephase im Herbst bereitet auf die neue Blüte vor

Ab August tritt die Amaryllis nun allmählich in die Ruhephase ein, die mindestens sechs bis acht Wochen andauern sollte. Nur wenn diese Ruheperiode erfolgt, können Sie sich im Winter schließlich über die herrliche Blüte freuen. Damit das Vorhaben gelingt, gehen Sie am besten wie folgt vor.

Amaryllis mit roten Blütenknospen

  • ab Ende Juli das Düngen einstellen
  • außerdem die Wassergaben allmählich verringern
  • verwelkte Blütenköpfe abschneiden
  • Haupttrieb sowie Blätter erst dann entfernen, wenn diese vergilbt sind
  • grüne Blätter an der Pflanze belassen
  • Amaryllis ins Haus bringen, wenn fast alle Blätter abgestorben sind
  • und / oder die Temperaturen unter 15 °C liegen
  • Amaryllis an einen kühlen, dunklen Ort stellen
  • bei Temperaturen von rund fünf bis zehn Grad Celsius
  • ein dunkler Keller (kein Heizungskeller!) ist ideal
  • nicht gießen und nicht düngen

Nach etwa acht Wochen – also im November – können Sie die Pflanze aus ihrer Ruhephase herausholen, indem Sie sie in frisches Substrat umtopfen und wieder an einen hellen und warmen Ort stellen.

Extra-Tipp:

Haben Sie keinen kühlen und dunklen Raum, in dem die Amaryllis ihre Ruhephase halten kann, können Sie die nackte Zwiebel auch im Gemüsefach Ihres Kühlschranks aufbewahren. Dann jedoch sollten Sie dort kein Obst – vor allem keine Äpfel – lagern, denn deren Ausdünstungen können die Knolle sterilisieren und so eine erneute Blüte verhindern.

Amaryllis Blumenzwiebel eintopfen und erneut zum Blühen bringen

Zum Blühen bringen

Amaryllis eintopfen und zum Blühen bringen

Das Umtopfen nach der Ruhephase ist der Startschuss für den erneuten Austrieb von Laub und Blüten. Es dauert etwa fünf bis acht Wochen, bis sich die erste Blüte sehen lässt – wenn Sie sich an den Zeitplan halten, können Sie also pünktlich zum Weihnachtsfest damit rechnen. Vergessen Sie nicht, die Zwiebel nach dem Eintopfen kräftig zu wässern und auch in der Folgezeit regelmäßig zu gießen sowie zu düngen. Dabei sollten Sie jedoch Staunässe sorgfältig vermeiden, denn diese führt zur Wurzelfäulnis und damit zum Absterben der Pflanze. Stellen Sie die frisch eingetopfte Amaryllis zunächst an einen zwischen 13 und 18 °C kühlen Ort und gewöhne sie erst allmählich an die normale Zimmertemperatur. Nun sollte es auch mit der neuerlichen Blüte klappen.